Mindmap - Jeus hat gelebt

Thema: Jesus von Nazareth

Mensch oder Gott oder wer?

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Zusammenfassende Darstellung der Gruppenergebnisse

in einer Mindmap

Dieses Arbeitsblatt ist eine Zusammenfassung Ihrer bisherigen Arbeit zur historischen Frage nach der tatsächlichen Existenz Jesu. Tragen Sie die Aussagen in die vorgefertigte Mindmap ein, so dass die komplexe Struktur der historischen Argumentation sichtbar wird!

Selbstverständlich dürfen Sie die Form der Mindmap verändern, wenn Sie auf Grund Ihrer bisherigen Beschäftigung mit dem Thema eine passendere Idee haben.


Zur geschichtlichen Existenz Jesu

Seit ca. 300 Jahren wird immer wieder in Frage gestellt, ob Jesus tatsächlich gelebt hat. Für die heutige historische Wissenschaft hat diese Frage in der Richtung eine Antwort gefunden, dass die vorhandenen Indizien dazu führen, Jesu Existenz voraus zu setzen. Es lässt sich kein vernünftiger Grund finden, zu bezweifeln, dass er gelebt hat.

Folgende Indizien belegen Jesu Existenz:


1.  Es gibt zwei Gruppen von schriftlichen Zeugnissen, die aus jener Zeit stammen und die Hinweise auf sein Wirken enthalten.

a.  Die erste Gruppe besteht aus fünf Schriften von Schriftstellern, die eher Gegner der frühen Christenheit waren oder neutral der frühchristlichen Bewegung gegenüber standen.

Allen fünf Autoren ist es gemeinsam, dass sie Jesu Existenz unbedingt voraussetzen. Diese fünf Quellen sind der weltanschaulich, religiösen Herkunft nach zu unterscheiden in drei römische Geschichtsbücher (von Tacitus, Sueton, Plinius) und zwei Quellen aus dem jüdischen Bereich (von Flavius Josephus und aus dem babylonischen Talmud).

b.  Die zweite Gruppe schriftlicher Zeugnisse kommt aus dem inneren Bereich der früh christlichen Bewegung. Sie ist also von Christus gläubigen Autoren geschrieben worden. Hier sind vor allem die neutestamentlichen Evangelien (Matthäus, Markus, Lukas und Johannes) zu nennen. Drei Argumente sprechen dafür diese Schriften unbedingt auf Jesus selbst zurück zu führen:

1.  Zwar ist es charakteristisch für die Evangelien, dass sie Glaubenszeugnisse sind und keine Biografien, aber es ist trotz aller Ausschmückungen der Taten des „Helden“ eindeutig, dass tatsächlich Geschehenes berichtet wird. Hierfür gibt es zwei Beweisebenen: Die Ereignisse aus dem Leben Jesu sind durchwegs realen Orten (Galiläa / Jerusalem) und einer ganz bestimmten Zeit (der des römischen Cäsaren Tiberius 14 - 37 n. Chr.) zuzuordnen. Auch zeigen sich in allen Texten der Evangelien klare, nachweisbare, gesellschaftliche Verhältnisse, die ohne Zweifel dieser Zeit und diesen Orten zugehören.

2.  Alle vier Evangelien sind zu einer Zeit geschrieben worden, die noch nah am Ereignis angesiedelt war. Es waren circa 40 - 60 Jahre vergangen und somit waren noch Augenzeugen vorhanden, so dass völlig falsche Aussagen Korrektur erfahren hätten, bzw. verworfen worden wären. [Hier ist ein wichtiger Grund dafür zu finden, warum nicht alle Evangelien in das NT aufgenommen wurden.]

3.  Das untereinander Widersprüchliche in den Evangelien ist ein Hinweis auf die Echtheit des Erinnerten. Die Existenz der vier ältesten Evangelien ist am einfachsten aus Jesu Leben erklärbar. Jede andere Erklärung braucht viele andere, unbeweisbare Vermutungen.

2.  Neben den schriftlichen Zeugnissen ist uns Jesus aus der Existenz der Christenheit bekannt.

a.  Wegen ihrer Eigenständigkeit im Glauben (3 Elemente) und in den Riten (2) kann die „Urgemeinde“ nicht kontinuierlich aus dem Judentum hervor gegangen sein. Sie geht auf ein singuläres Ereignis zurück (Jesus / Pfingsten).

b.  Das Erscheinungsbild der heute existierenden, weltweiten Christenheit ist am einfachsten erklärbar, wenn man zugleich die große Übereinstimmung im Grundsätzlichen des Glaubens, wie auch die immense Zersplitterung in der Organisation der Christenheit aus Jesu Leben selbst ableitet.

1.  So ist die Einheitlichkeit im Glauben über die Jahrhunderte dadurch erklärbar, dass der Glaube von einer einzigen Person herkommt.

2.  Die große Zersplitterung aber resultiert da heraus, dass Jesu Leben und Botschaft von einer vielfältigen Jüngerschaft, die von ihm bewegt worden ist, weiter erzählt wurde.