historisch -- Der indirekte Weg der Beweisführung

Thema: Jesus von Nazareth

Mensch oder Gott oder wer?

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Jesus


--  was die Geschichtswissenschaft von ihm wissen kann

und tatsächlich weiß.

Die Person,

die im Zentrum der Schriften der griechischen Bibel steht,

hat tatsächlich gelebt.



Fragt man die Geschichtswissenschaft, welche Sachhinweise es gibt, die Jesu Existenz belegen können, so ist zunächst festzuhalten, dass es keine direkten Zeugnisse für die Existenz Jesu gibt. Das heißt: Jesus selbst hat nichts Schriftliches hinterlassen. Es gibt auch keinen Grabstein mit seinem Namen oder irgendeinen Eintrag in einem Melderegister oder einer Steuerliste, die sein Vorhandensein bezeugen würde. Gäbe es solch einen Nachweis seiner Existenz, so wäre das übrigens äußerst erstaunlich. Es ist ja immerhin 2000 Jahre her, dass Jesus gelebt hat. Und damals wurden Daten des alltäglichen Geschehens oder „normaler“, im Grunde unbedeutender Menschen weder erfasst, noch gesammelt.


Die Geschichtswissenschaftler müssen sich also bemühen, die Existenz Jesu durch Indizien zu belegen, also auf indirektem Wege. Der grundlegende Gedanke hierbei ist der, dass sich etwas dadurch als gewesen aufzeigen lässt, wenn man Auswirkungen von ihm aufzeigen kann. Fast alles, was heutzutage ist oder sich heute ereignet, enthält Hinweise auf das, was es verursacht hat.


Um Jesu Existenz zu beweisen, beginnen wir also bei der heutigen Christenheit und fragen von dort aus immer weiter in die Geschichte zurück. Irgendwo kommen sie ja her - - die heutigen christlichen Kirchen! Irgendwann hat es ja begonnen! Irgendetwas hat die christliche Frömmigkeit ja ausgelöst! Das ist ein sehr langer Weg durch die Geschichte der letzten 2000 Jahre, um die erste Ursache, den allerersten Auslöser zu finden. Dieser Weg kann manchmal sinnvoller Weise abgekürzt werden, indem wir dann sofort bei den nachweisbaren, geschichtlichen Fakten beginnen, die den Anfang des Christentums markieren und die zeitlich sehr nah bei dem Ereignis  „Jesus von Nazareth“ liegen.


Solch indirekte Beweisführung kann keine hundertprozentig eindeutigen Beweise erbringen, wie das im naturwissenschaftlichen Denken üblich und möglich ist, denn zu einem bestimmten historischen Phänomen können ja durchaus unterschiedliche Entstehungsprozesse geführt haben und es sind auch unterschiedliche Ursprungsereignisse denkbar. Nachdem man alles mögliche und vorhandene Wissen gesammelt hat, steht am Ende einer historischen Erkundung also ein Akt der sachkundigen Beurteilung, ob die Indizien ausreichen, etwas als geschehen nachzuweisen.


Jesus hat gelebt


Der indirekte Weg der Beweisführung anhand historischer Indizien


Indizien, die dafür sprechen, dass Jesus gelebt hat

Die drei Säulen der historischen Beweisführung


Bei der Frage nach Jesus stoßen wir auf drei unterschiedliche Bereiche, die in je eigener Weise auf den Menschen Jesus von Nazareth zurück verweisen.


1. Es gibt Schriftstücke, in denen auf Jesus, beziehungsweise auf Ereignisse Bezug genommen wird, die von seinem Leben verursacht worden sein sollen. Diese Schriftstücke sind unterschiedlich zu behandeln, insofern sie

a. einerseits von Freunden der christlichen Bewegung (NT), (Gruppe 1)

b. andererseits von Gegnern oder doch zumindest von Schriftstellern stammen, die an der Christenbewegung kein großes Interesse hatten. (Gruppe 2)


2. Außer den schriftlichen Quellen gibt es die christliche Bewegung selbst von ihren allerersten Anfängen bis heute, die davon zeugt, dass da etwas war, das ihr den Anfang setzte. (Gruppe 3)

Arbeitsauftrag:

1.  Finden Sie sich zu dritt zusammen!

2.  Entscheiden Sie in Ihrer Gruppe, wer sich von Ihnen zum Thema 1a (Gruppe1), zum Thema 1b (Gruppe2) und zum Thema 2 (Gruppe3) näher informieren soll!

3.  Finden Sie sich nun mit den Mitgliedern der anderen Kleingruppen zusammen, die dasselbe Thema wie Sie zu bearbeiten haben! Besorgen Sie sich die Arbeitsblätter für Ihre Gruppenarbeit!

4. Nachdem Sie sich in der Großgruppe Ihre speziellen Informationen erarbeitet haben, werden Sie in Ihre Dreier – Gruppe zurückkehren. Dort sollen Sie dann Ihr neu erworbenes Wissen weitergeben und Sie werden über die anderen Indizien hören, die Jesu tatsächliche Existenz wahrscheinlich machen.

5.  Tragen Sie als vorletzten Schritt alle gesammelten Informationen der historischen Beweisführung in eine bereits vorbereitete Mindmap ein! Sie wird Ihnen, wenn Sie soweit sind, zur Verfügung gestellt.

6.  Zum Abschluss gilt es, ein begründetes Urteil zu fällen, wie überzeugend Sie persönlich die historische Beweisführung zur Existenz Jesu einschätzen.